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Steuerfreie Sachbezüge als Lösung für die Herausforderungen des Einzelhandels in Mittelzentren

Welche Herausforderungen machen dem Einzelhandel zu schaffen?

Die Einzelhändler haben es in diesen Zeiten nicht leicht. Der Wettbewerb kommt von vielen Seiten und gefährdet nicht nur die Einzelhändler, sondern letztendlich auch gleich das Erscheinungsbild unserer Stadt- und Ortszentren. Sachbezugsgutscheine

Der bequeme Einkauf vor dem PC oder übers Smartphone mit meist versandkostenfreier und schneller Lieferung erscheint vielen Kunden sehr verlockend. Ein Preisüberblick über viele Anbieter ermöglicht eine Auswahl des günstigsten Angebots. In der Produktauswahl kann der Einzelhandel den Onlinehandel sowieso nicht schlagen.

Zusätzlich stehen die Einzelhändler in den Mittelzentren dem Wettbewerb mit den Einkaufszentren auf der grünen Wiese und dem Einzelhandel in der nächstgelegenen Großstadt gegenüber. Können Sachbezugsgutscheine hier vielleicht einen positiven Beitrag leisten?

Nicht alle Branchen sind von dem harten Wettbewerb gleich betroffen

Der Buchhandel hat die Folgen der Onlinekonkurrenz schon hinter sich. Amazon ist Platzhirsch im deutschen Buchhandel und wenige große Ketten beherrschen den Rest. Die Einzelhändler wurden dadurch weitestgehend verdrängt.

Im Textil- und Elektronikhandel herrscht ebenfalls sehr starker Druck auf den Einzelhandel. Dagegen   haben die Lebensmitteleinzelhändler nur wenig Wettbewerb aus dem Web zu erwarten. In Deutschland ist der tägliche Einkauf im Supermarkt noch die Regel, auch wenn hier die Lieferdienste der großen Ketten, Amazon fresh und reine Lebensmittelonlinehändler stark die Werbetrommel rühren.

Wie kann der Einzelhandel sich stärken?

Den Wettbewerb um die günstigsten Preise kann der Einzelhändler auf Grund seiner schlechteren Einkaufskonditionen bei den Großhändlern und Herstellern kaum gewinnen. Bleiben die Kernkompetenzen wie Beratung und Service. Aber gutes Fachpersonal ist teuer und nicht leicht zu finden.

Diese klassische Maßnahmen zur Kundengewinnung und –bindung könnten den Einzelhandel vor Ort stärken:

  • Kundenzeitschriften oder Newsletter: Regelmäßige verteilte nützliche Informationen für die Kunden schaffen ein Vertrauensverhältnis
  • Vorteilsprogramme: Durch Vorteilsgewährung kann ein Wiederkauf gefördert werden.
  • Zielgerichtetes Multichanel-Marketing: Die direkte personalisierte Ansprache über den optimalen Kommunikationskanal (E-Mail, Print, WhatsApp, SMS) gewährt optimale Response.
  • Aufbau eines eigenen Onlinehandels: Dadurch können die Produkte auch ortsfernen Interessenten angeboten werden. Der Kreis möglicher Kunden wird vergrößert. Speziell für Einzelhändler mit sehr individuellen Produkten zu empfehlen.
  • Öffentlichkeitsarbeit von Händlerverbänden: Die Händlerschaft wird positiv wahrgenommen und die Bindung der Bevölkerung steigt.
  • Sponsoring: Durch Unterstützung des örtlichen Fußballvereins kann Ihr Unternehmen als solvent, verantwortungsbewusst und engagiert wahrgenommen werden. So steigt Ihr Ansehen und die Bereitschaft gerne eine dauerhafte Geschäftsbeziehung mit Ihnen aufzubauen.
  • Persönliche qualifizierte Beratung: Es wird ein Mehrwert geboten, den der Onlinehandel nicht bieten kann.
  • Ausgesuchtes Warensortiment: Durch das Anbieten eines ausgesuchten Sortiments kann der Kunden zu einem Spontankauf angeregt werden

Welche Maßnahmen können in Zusammenarbeit aller im Ort ansässigen Personen zum Erfolg führen?

Der Erhalt eines gesunden Einzelhandels im Ort oder in der Stadt liegt im Interesse aller Bewohner, Beschäftigten und Besucher. Wie kann man erreichen, dass die in einem Ort vorhandene Kaufkraft nicht in den Onlinehandel oder anderweitig abfließt?

Die Antwort ist der steuerfreie Sachbezug. Dieser für den Arbeitnehmer attraktive Lohnbestandteil kann der Turbo für den Einzelhandel werden.

Das deutsche Steuerrecht kennt den Sachbezug als einen steuerfreien Lohnbestandteil. Ein Arbeitgeber kann seinen Angestellten maximal 44,- EUR monatlich als Sachbezug zukommen lassen. Eine Barauszahlung muss jedoch ausgeschlossen sein.

Dafür muss er weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben zahlen. So können z.B. Gehaltserhöhungen oder Boni über einen Bezug von Sachbezugsgutscheinen gewährt werden.

Es gibt verschiedene Abwicklungsmöglichkeiten, bei denen jedoch meist ein Abfluss der Kaufkraft in den Onlinehandel oder zu nicht ortsansässigen Unternehmen nicht ausgeschlossen ist.

Sachbezugsgutscheine

Sachbezugsgutscheine mit einer CityCard verbinden

Wenn man die Sachbezugsgutscheine über eine vorhandene oder zu installierende CityCard abrechnet, lässt sich die Kaufkraft im Ort halten. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht den Nutzen, besonders, wenn ein oder mehrere größere Arbeitgeber im Ort ansässig sind:

Gewähren ansässige Unternehmen 5.000 Arbeitnehmern die 44,- EUR monatlich, so bedeutet das eine Kaufkraft von über 2,5 Mio. Euro, die im Ort gehalten werden können.

Wie kann man eine solche Lösung vorantreiben? Letztendlich ist es an der Händlerschaft, der Wirtschaftsförderung oder vergleichbarer Institutionen, mögliche Unternehmen zu identifizieren, die ihren Arbeitnehmern steuerfreien Sachbezug gewähren wollen. Als Argumente können angeführt werden:

  • Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit für diesen Lohnanteil
  • Unterstützung des lokalen Einzelhandels
  • Bindung knapper qualifizierter Fachkräfte ans Unternehmen

Die Abstimmung gestaltet sich meist recht einfach. Die Kommunikation findet dabei zwischen den ortsansässigen Einzelhändlern statt. Und die sind meist in gemeinsamen Organisationen verbunden.

Warum also nicht den ersten Schritt zur Erhaltung der Ortskerne wagen?!

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